Gewalt gegen Terror ist kontraproduktiv

Ich weiß, dass ich jetzt massiv Widerspruch ernten werde, dennoch: das Bombadieren von ISS-Stellungen bringt nichts.

Ja, es werden etliche ISS-Kämpfer getötet werden. Aber wohl nicht weniger Menschen, die nicht dem Terrornetzwerk angehören und die ja zum Teil aus genau diesem Grund an wichtigen Verbindungen in Käfigen gehalten werden. Niemals aber wird man alle ISS-Kämpfer töten können.

Selbst wenn das gelänge, eine neue Generation von Terroristen würde nachwachsen. Wächst bereits nach. Man kann keine Weltanschauung bombadieren, nur Menschen.

Man kann sich auch nicht absichern. Frankreich hat die härtesten Anti-Terrorgesetze Europas. Und was hat es genutzt? Man kann ja mal die 132 Toten von Paris befragen, wenn man sie denn noch fragen könnte. Keine Gesetze, keine Verordnungen, keine verstärkte Polizeikontrollen, nicht ein Panzer, der durch die Stadt rollt – nichts von alldem kann sicherstellen, dass man vor einem Anschlag gefeit ist. Keine verschärfte Taschenkontrolle verändert eine Weltanschauung.

Was also tun? Bezüglich der ISS, keine militärischen Maßnahmen. Sie treffen alle, ob „gut“ oder „böse“. Und wenn sie „gut“ waren, kann das fantastisch in den sozialen Netzwerken ausgeschlachtet werden, um so den ISS-Kämpfern Nachschub zu liefern. Militärisch ist das Problem nicht lösbar. Fragen sie mal die Soldaten in Afghanistan. Kaum einen Schritt zurückgewichen im „befriedeten“ Land, gewinnt die Taliban wieder Stück für Stück an Boden zurück, nehmen die Attentate zu.

Statt dessen, den in Europa lebenden Muslimen das Gefühl geben, sie gehören zu uns. Sind Teil unserer europäischen Familie. Solange wir sie ausgrenzen, sie diffamieren, muslimische Flüchtlinge verdächtigen, etwas mit diesen barbarischen Terrorakten zu tun zu haben, treiben wir selbst einen Keil zwischen ihnen und uns. Und damit werden sie natürlich anfällig für jedwede Gruppe, die ihnen ein Zuhause gibt. Die ISS braucht die Spaltung, nur dann sie in einem Teil wildern. Nur das Auflösen dieser Spaltung der Gesellschaft kann ihr gefährlich werden.

Die Regel ist so eindeutig, dass sie eigentlich von niemanden nicht verstanden werden kann: Gib mir eine Heimat, ein Gefühl, akzeptiert zu werden, ein Auskommen mit meinem Einkommen und eine Zukunft für meine Kinder und werde nichts, aber auch gar nichts tun, diesen Zustand zu ändern. Erst wenn ich nichts zu verlieren habe und nicht mal die Zukunft meiner Kinder gewährleistet werden kann, werde ich alles tun, um diesen Zustand zu ändern. Nicht für mich, aber für meine Kinder. Notfalls auch mit Bomben.

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